Präzision trifft Fußballspaß

Wir geben euch heute eine kleine Einführung ins Fußball-Boccia. Hier werden zwei Sportarten miteinander kombiniert, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten: den schnellen und dynamischen Fußball mit dem eher ruhigen und präzisionsorientierten Boccia. Das Prinzip ist jedoch ganz einfach - mit dem Fußball soll ein bestimmtes Ziel möglichst genau getroffen oder der Ball möglichst nah an ein Ziel gespielt werden. Am Ende gewinnt, wer seinem Ziel am nächsten kommt.
Die Wurzeln des Boccia reichen weit zurück. Ähnliche Kugelspiele wurden bereits im alten Ägypten und später im antiken Griechenland und Rom gespielt. Das klassische Boccia, wie wir es heute kennen, entwickelte sich insbesondere in Italien. Dort wurde bereits 1873 ein erster Boccia-Verein gegründet. 1904 wurden in Turin verbindliche Regeln für das bis dahin weitgehend freie Spiel festgelegt. Auch in Deutschland wurde Boccia im Laufe der Zeit bekannt. Einen besonderen Anteil daran hatte der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer, der in Wochenschauen beim Boccia-Spielen im Urlaub zu sehen war.
Wann entstand Fußball-Boccia? Fußball-Boccia ist keine eigenständige, international einheitlich geregelte Sportart wie Fußball oder das klassische Boccia. Vielmehr handelt es sich um eine Spiel- und Trainingsform, bei der das Prinzip des Boccia auf den Fußball übertragen wird. In Deutschland ist Fußball-Boccia spätestens seit den 2010er-Jahren als Trainingsidee bekannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte beispielsweise bereits 2018 eine Trainingseinheit mit dem Titel „Fußball-Boccia“. Dabei sollen Spieler einen Fußball von einer markierten Linie aus möglichst nah an ein Zielhütchen spielen. Der Ball, der am nächsten am Ziel liegt, bringt der Mannschaft einen Punkt.

Die Regeln können je nach Verein und Veranstaltung etwas angepasst werden. Das Grundprinzip ist jedoch immer ähnlich:
- Gespielt wird mit einem Fußball und einem festgelegten Ziel, beispielsweise einem Hütchen, einem Ball oder einer Markierung.
- Die Spieler oder Mannschaften versuchen, ihren Fußball möglichst nah an das Ziel zu spielen.
- Die Bälle werden nacheinander gespielt.
- Nachdem alle Spieler an der Reihe waren, wird verglichen, welcher Ball dem Ziel am nächsten liegt.
- Der Spieler oder die Mannschaft mit dem besten Ball erhält einen Punkt.
- Je nach vereinbartem Spielmodus können auch mehrere Punkte vergeben werden, wenn mehrere Bälle näher am Ziel liegen als die Bälle der gegnerischen Mannschaft.
- Nach mehreren Runden werden die Punkte zusammengerechnet. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei Mannschaften gegeneinander antreten zu lassen. Dabei kann beispielsweise immer ein Spieler jeder Mannschaft spielen. Anschließend wird verglichen, welcher Ball näher am Ziel liegt.
Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – Fußball-Boccia lässt sich mit einfachen Mitteln fast überall durchführen. Benötigt werden lediglich Fußbälle, ein wenig Platz und ein Ziel. Dadurch kann das Spiel sowohl auf dem Fußballplatz als auch in der Halle oder auf einem geeigneten Sportgelände stattfinden.
Fußball-Boccia zeigt damit auf unterhaltsame Weise, dass Fußball nicht immer nur aus Dribbeln, Passen und Tore schießen bestehen muss. Manchmal kommt es auf etwas ganz anderes an: Wer hat das beste Ballgefühl und trifft mit seinem Schuss genau ins Schwarze?
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