Wanderung im Grabfeld

Wir haben heute mal wieder eine kleine Tour für euch ausprobiert. Die gesamte Strecke ist ca. 5 km lang und lässt sich wirklich leicht laufen. Es sind, bis auf ein kleines Stück, befestigte Wege und die Landschaft ist traumhaft.
Start- und Zielpunkt war Haina. Dort gibt es den „Schwabhäuser Weg“, wo wir am Rand unser Auto abgestellt haben. Denkt dabei bitte an die Landwirtschaft, die diese Wege mit nutzt und stets dort lang kommen sollte.

Unser erster Zwischenstopp war, wie es der Straßenname schon sagt, Schwabhausen. Kein Ort, wie wir erfahren haben, sondern eher eine Landschaft am Fuß der Gleichberge. Bekannt in dieser Region war der Oberförster und Naturkundler Emil Gundelwein. Er wohnte in einem Holzhaus bei Schwabhausen und vermittelte dem Schriftsteller Harald Gerlach viele Kenntnisse über die dortige Landschaft und Natur. Gerlach verwendete dieses Wissen für seine Gedichte und Erzählungen. Heute findet man eine Ferienwohnung im ehemaligen Forsthaus – in mitten der Natur, ohne Autolärm – sicher ein toller Ort für einen Kurzurlaub im Grünen.

Unser zweiter Halt war der ehemalige Stausee von Haina. Dieser ist nur wenige Meter von Schwabhausen entfernt. Er war einer von vielen Wasserreservoiren im Gebiet der Gleichberge. Im Laufe der 20. Jahrhunderts wurde er als kleine Talsperre angelegt. Er diente unter anderem als Hochwasserschutz und Wasserregulierung kleiner Bäche. Im Laufe der Jahre wurde der Stausee auch ein begehrter Ort für Naturliebhaber und der Hainaer Jugend. Wir haben aus anonymen Quellen erfahren, dass es sogar eine Liebesinsel gab. :)
In den 2000er Jahren stellte man jedoch fest, dass der Staudamm nicht mehr sicher ist und die Gefahr besteht, dass er bricht. Die Entleerung und Stilllegung wurden angeordnet, was zu vielen Protesten in Haina führte. Die Bewohner haben sogar eine Initiative für den Erhalt des Sees gegründet. Leider ohne Erfolg, denn 2020 wurde mit dem Rückbau der Stauanlage begonnen. Es wurden die technischen Anlagen entfernt, Beton- und Stahlkonstruktionen abgebaut und die Stauanlage am Dörflesgraben komplett umgestaltet. Heute findet man dort nur noch einen kleinen Teich und offene Wiesenflächen. Diese sollen weitestgehend naturbelassen bleiben und ein Ort für Ruhe, Entspannung und vor allem für Tiere sein.

Unser Weg ging nun wieder zurück in Richtung Auto. Wir hatten perfektes Wetter an dem Tag, die Landschaft ist toll, es gab erste Frühblüher und die Hummeln haben das direkt ausgenutzt. Als kleiner Geheimtipp: wer schon Bärlauch sucht, wird hier am Bachlauf entlang definitiv fündig! Viel Spaß…

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